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Airbrush Kunst am Ehrenzeller Platz in Essen

Damit hatte ich nicht gerechnet… Ich durfte den Ehrenzeller Platz der Stadt Essen neugestalten!

Die Stadt Essen hatte dazu aufgerufen, die Mauern des Ehrenzeller Platzes in Essen Altendorf künstlerisch zu gestalten. Graffiti und Schmierereien sollen der Vergangenheit angehören, um Besuchern ein Gefühl von Wertschätzung zu geben. Zum Thema „Perspektive“ habe ich daher ein Konzept entwickelt, das die Menschen auf dem Platz zum Spielen und Verweilen einladen soll. Die Menschen dürfen in den aktuellen Zeiten nicht vergessen, ihre Freizeit auch draußen miteinander zu verbringen und Spaß zu haben.

Nachdem mein Konzept für die Wandgestaltungen eingereicht war, widmete ich mich wieder meinen anderen Aufträgen. Als Mitte August dann der Bescheid einging, dass die Bürger rund um den Platz für mein Konzept gestimmt haben, war ich wirklich überrascht und sehr glücklich! Als Ziel für die Fertigstellung war Ende des Jahres 2021 angesetzt, was bereits in knapp 4 Monaten war. Das Arbeiten an Außenfassaden in den kalten Monaten gestaltet sich allerdings als sehr schwierig, da Feuchtigkeit, Regen und Kälte keine guten Bedingungen bieten. Also verlor ich keine Zeit und erstellte weitere Entwürfe für die 220 m² Fläche, organisierte die benötigten Farben und eine Firma für die Versiegelung.

Ende September konnte ich mit den Grundierungen loslegen. Hierbei habe ich Unterstützung bekommen von einem netten Platzbesucher („Pommes“), der Maler und Anstreicher war. Er war mir eine sehr große Hilfe. Das Wetter hat in den meisten Wochen gut mitgespielt, sodass ich schnell vorwärtskam. Gegen die bereits früh eintretende Dunkelheit habe ich mir Scheinwerfer besorgt. Mein Equipment zum Arbeiten konnte ich unter einem Pavillon deponieren.

Sobald die ersten Grundierungen getrocknet waren, konnte ich endlich loslegen mit den ersten Farbanstrichen. Begonnen habe ich mit einer Vorstreichfarbe für den Himmel, Wiesen und Boden als Hintergrund aufgebracht. Danach kamen Sprühdosen und Airbrush zum Einsatz.

Während der Arbeiten wurde ich von Schaulustigen besucht, Kinder wollten helfen, was ich allerdings ablehnen musste, da die Farben nicht kindgerecht waren. Ich kam den Menschen, die sich meist auf dem Platz aufhalten, näher und es sind spannende Unterhaltungen entstanden. Allerdings kann ich nicht abstreiten, dass das Publikum des Ehrenzeller Platzes bunt gemischt ist und ich einiges über mich selbst und über diese Menschen lernen konnte. Manchmal war auch Geduld ein steter Begleiter sowie Durchhaltevermögen und Toleranz.

Die Wetterbedingungen musste ich ausnutzen, wie sie kamen. Wenn das Wetter gut war, habe ich bereits um 5 oder 6 Uhr morgens begonnen und erst um 18 oder 19 Uhr oder später aufgehört. Ich konnte nie wissen, wie viele gute Tage ich noch haben werde. Ich habe dadurch meine Grenzen kennengelernt.

Für einen Teil des Ehrenzeller Platzes habe ich mir als besonderes Projekt für eine angrenzende Schule einen Workshop überlegt. Viele Schüler habe ich an einem sonnigen Tag mit Farben ausgestattet, womit sie die von mir vorgezeichneten Motive farblich gestalten konnten. Der Workshop-Tag hat mir großen Spaß gemacht und auch die Kinder und Jugendlichen konnten sich künstlerisch austoben.

Anfang Dezember konnte ich die letzten Farbkleckse Am Ehrenzeller Platz hinterlassen, womit dieses Projekt für mich abgeschlossen war. Die Wetterbedingungen im November machten die Arbeit irgendwann unangenehm. Das Halten einer Airbrush-Pistole oder Sprühdose bei Temperaturen von 5°C oder weniger war eine besondere Herausforderung für mich.

Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich diese Arbeiten rechtzeitig abschließen konnte und habe bereits viel gutes Feedback zum Ergebnis bekommen.

Einen großen Dank geht an meine Familie, die meine nahezu tägliche Abwesenheit sowie meine Launen in der Zeit ausgehalten hat. Das Projekt hat mir auch Stress bereitet, da einige Situationen auf dem Ehrenzeller Platz für mich gewöhnungsbedürftig waren. Leider tun sich an solchen Plätzen auch gesellschaftliche Abgründe auf, an die ich nicht gewohnt bin. Außerdem danke ich Pommes für seine große Hilfe bei den Grundierungen sowie seinen Wachdienst für mein Equipment, wenn ich kurz meinen Posten verlassen musste. Und ich danke den Schülern, die in dem Workshop bei der Wandgestaltung ihren Beitrag leisten konnten und dabei so viel Spaß hatten. Außerdem danke ich meinem Team, das weiterhin mein Business am Laufen gehalten hat, während ich für den Ehrenzeller Platz durchgehend „out of order“ war.

Euer Marc de Bruijne